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Das 1x1 der Weinkenner

Bei Gesprächen unter Weinkennern kann man schnell das Gefühl bekommen, man versteht die eigene Sprache nicht mehr. Dabei reichen schon ein paar Grundbegriffe, und der Rest lässt sich überraschend schnell lernen. Im Folgenden haben wir nicht nur die wichtigsten Ausdrücke gesammelt, sondern auch ein paar wissenswerte Fakten rund um das Thema Wein. Die nächste Weinverkostung kommt bestimmt – im Nu werden auch Sie von zartwürzigen Aromen und einem verspielt mineralischen Abgang sprechen.

Aroma

Das Aroma eines Weines fängt bei der Rebsorte erst an. Tatsächlich spielen andere Komponenten eine ebenso wesentliche Rolle – etwa die Herkunft, das Klima, die Beschaffenheit des Bodens oder der Zeitpunkt der Lese. Ebenso wichtig ist aber auch die Verarbeitung der Trauben, die Gärung und der Ausbau des Weins eine wesentliche Rolle.

So gehört Chardonnay zum Beispiel zu den meistangebauten Weinsorten der Welt und entfaltet je nach Anbaugebiet verschiedene Aromen. Ob Frankreich, Australien oder Chile – jedes Gebiet hinterlässt seine eigene Note im Wein.

Schlürfen, Schmatzen, Spucken

Schlürfen, Schmatzen und Spucken sind beim Weingenuss kein Zeichen von schlechter Etikette, sondern unbedingt notwendig, um den Wein den Sinnen aufzuschließen. Wer sich an das Thema Weinverkostung dennoch ohne begleitende Geräusche herantasten möchte, sollte diese drei wesentlichen Faktoren berücksichtigen.:


  • 1. Optik: Der visuelle Eindruck verrät viel über die Art des Weines – zu den Indikatoren zählen etwa Farbe oder Bläschenbildung. Das Weinglas wird dabei gegen das Licht gehalten, jüngere Weine sind heller, während ältere Weine eine tiefere Farbe aufweisen.


  • 2. Duft: Durch das Schwenken des Weinglases wird das Aroma freigesetzt, der Geruch sollte sich mit etwas Übung grob in fruchtig, blumig, würzig, vegetativ oder erdig einordnen lassen.


  • 3. Geschmack: Zuletzt folgt ein kleiner Schluck, der im Mund behalten und bewegt wird, bis die Geschmacksnerven die Aromen erfassen. Nun lassen sich die einzelnen Noten präzisieren. Je länger übrigens der Abgang – also der Nachgeschmack – des Weines, desto besser ist die Qualität.

Das richtige Glas

Zum Probieren empfiehlt sich die Verwendung eines dünnwandigen Glases, das nach oben hin schmäler wird. In dieses wird eine kleine Menge Wein eingeschenkt, so kann sich das Bouquet – gemeint ist damit das Aroma des Weines – frei entfalten. Außerdem erwärmt sich der Wein im Glas schneller als in der Flasche und die Temperatur ist für die volle Geschmacksentwicklung von großer Bedeutung. So wird Rotwein bei Zimmertemperatur genossen, dies entspricht etwa 16 bis 20 Grad. Weißwein hingegen eher kühl bei 8 bis 14 Grad. Rosé Wein liegt in der Mitte – dieser entfaltet sich am besten bei 12 bis 14 Grad. Um die Temperatur des Weines nicht zu verfälschen, werden die Gläser am Stiel gehalten. Die Hand am Kelch oder am Fuß gehört hingegen nicht zum guten Ton.

Farbe bekennen

Rot, weiß oder rosé? Die Rebsorte und die Herstellung entscheiden über die Farbe.


Weißweine: werden aus Rebsorten mit grünen oder gelben Trauben gewonnen, die meist rasch nach der Ernte gepresst werden und dadurch nur wenig Kontakt mit den Schalen haben.

Rosé: ein heller, roséfarbener Wein, der aus Rotweintrauben wie Weißwein produziert wird. Die Farbe entsteht durch das rasche Abpressen der Trauben. Je länger der Kontakt mit der Maische ist, desto intensiver wird der Farbton.

Rotwein: der Most wird mit der Maische vergoren – dadurch entstehen die intensive Farbe und das für Rotwein charakteristische Tannin.

Für jeden Gang der richtige

Der passende Wein schafft es, den Geschmack von einem guten Essen zu betonen aber auch hier müssen ein paar Details beachtet werden. Gleich und gleich gesellt sich gern: Das gilt für Weine wie für Speisen. Feine, elegante Speisen verlangen nach eben so einem Wein, während deftige Kost am besten mit einem kräftigen Landwein kombiniert wird. Rotweine passen hervorragend zu Käse, Wild oder dunklem Fleisch. Dafür passen Weißweine zu Meerestieren und leichten Fischgerichten. Zum Dessert serviert man Prädikatsweine – das sind Süßweine – oder Schaumweine.

Vokabular

Den Beginner zum Weinkenner macht nicht zuletzt das richtige Vokabular. Hier sind ein paar Basics:

Brut = trockener Schaumwein, keine Süße im Geschmack


Bukett = die Gesamtheit der anregenden Duftnoten des Weins.


Cuvée = Verschnitt von Weinen unterschiedlicher Rebsorten, aber auch unterschiedlicher Lagen oder Jahrgänge.


DAC = Districtus Austriae Controllatus. DAC-Weine sind österreichische herkunftstypische Qualitätsweine und geschmacklich unverkennbar typisch für ein heimisches Weinbaugebiet (z.B. Weinviertel DAC, Kremstal DAC etc.). In Österreich gibt es 13 DAC-Gebiete, wobei für jedes Gebiet für die Region typische Rebsorten vorgesehen sind.


Avinieren = das Ausspülen bzw. Vorbereiten eines Weinglases. Bevor ein Weinglas benützt wird, spült der Weinkenner das Glas mit etwas Wein aus, um etwaige Gerüche (Schrankgeruch, Spülmittelrückstände), zu vermeiden. Das Ergebnis ist ein unverfälschter Geschmack.

Dekantieren = den Wein vorsichtig aus einer Flasche in eine Karaffe gießen. Der Wein kann so atmen und sich durch den Kontakt mit Sauerstoff noch mehr entfalten.


Qualitätswein = bezeichnet eine streng geregelte österreichische Weinkategorie, die laut dem Weingesetz verschiedenste Kriterien erfüllen muss. Der österreichische Qualitätswein ist erkennbar an der rot-weiß-roten Banderole auf der Flaschenkapsel und an der staatlichen Prüfnummer am Etikett.